Männergesangverein Vogelbach-Malsburg e.V.


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2000-2012

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2000-2012

Vollkommen unbeeindruckt von dem ganzen Trubel um den Sprung ins 21.Jahrhundert und damit in ein neues Jahrtausend, in eine ganz neue und moderne Zukunft, machte der MGV ganz einfach da weiter, wo er schon im abgelaufenen Jahrtausend Erfolge feiern konnte und gut und solide arbeitete. Es geht immer was. Traditionen werden fortgeführt. Überholtes wird abgeworfen. Neues wird ausprobiert, ein wenig improvisiert, geplant und abgewogen, viele Ideen wurden und werden geboren und umgesetzt. So wurde im Jahr 2000 unter der Trägerschaft der beiden Gesangvereine ein Schüler- und Jugendchor aus der Taufe gehoben.
Der Motor blieb der Gleiche, etwas älter zwar, aber ausgereift, nicht voller Hightech, man hört und fühlt ihn. Wenn er ins Stottern kommt, kann man ihn noch einstellen. Er hat noch ein paar Stellschrauben und stürzt selbst in schwierigen Situationen nicht ab und meldet keine schweren Ausnahmefehler: Vorstand und Dirigent bleiben ihrer Linie treu. Unaufgeregt, kameradschaftlich und zuverlässig halten sie auch in Zukunft das Schiff auf Kurs. Auf in die nächsten 75 Jahre, so hieß es zu Beginn des 21. Jahrhunderts. Aber 100 Jahre MGV müssen es mindestens werden.
2001 war das Jahr der Großereignisse für den Männergesangverein: CD-Produktion, Frühjahrskonzert, Amerikareise.
Da sich Dirigent und Chor im Jahr der „Amerika-Tournee“ in den Kopf gesetzt hatten, eine CD einzuspielen, musste natürlich auch verschärft darauf hin gearbeitet werden. Intensive Probearbeiten waren Begleitung in den nächsten Wochen. Dann war es soweit: An einem Wochenende im März wurde in die Sporthalle der Reha-Klinik Kandertal geladen. Die von Günther Enßle ausgesuchten Lieder für die CD „Chumm mit mir ins Chandertal“ sollten eingespielt werden. Zwei Tage lang, von morgens bis abends wurde gesungen, wiederholt, kritisiert. Unterbrochen nur durch kleine Pausen. Die Sänger, der Dirigent und der Tonmeister wurden auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Endlose Wiederholungen, mal durften alle mitsingen, mal wurden störende Brummler in eine Zwangspause geschickt, alle waren angespannt bis in die Haarspitzen, so ging es zwei Tage lang.
Nur ein Lied war sofort im Kasten: Abendruhe. Die Sehnsucht nach dieser hat wohl eine solche Leistung möglich gemacht. Schließlich war es geschafft, denn trotz aller Anstrengungen und Beschwernisse wurde das Ziel nie in Frage gestellt. Das dabei noch eine ganz nette CD herausgekommen ist, hat alle Mühen und persönlichen Belastungen mehr als belohnt.
Die CD wurde bereits am Fühjahrskonzert vorgestellt, schließlich wollte man ja auch international, auch in Amerika, verkaufen.
Im Jahr 2003 ließ es der Männergesangverein etwas ruhiger angehen. Im Maikonzert, das eigentlich Frühjahrskonzert heißen soll, wurde unser mit damals 74 Jahren ältester Sängerkollege Fritz Weltin aus Käsacker auf eigenen Wunsch aus dem Kreis der Aktiven verabschiedet. Er genoss im Chor durch seine unaufgeregte Art und seine große und vorbildliche Kameradschaft großes Ansehen.
Irgendwann wurde mal beschlossen, dass sich der MGV ein eigenes Festzelt, bzw. ein eigenes Gerüst für ein Festzelt zu tut. Zum Platzkonzert bei Fritz Weltin in Käsacker hatte das Zeltgerüst dann Premiere. Fast alle Sänger waren zur 1. Aufrichtung versammelt. Die Zeltbauer hatten wirklich ganze Arbeit geleistet. Ewald Kienzler hatte perfekte Beschläge geliefert und unter kundiger Anleitung von Markus Schleith und anderen erfahrenen Zeltbauern war das Gerüst ruckzuck aufgebaut und beplant. Ein herrlich warmer Sommerabend und das neue Zelt mit den großzügigen Räumlichkeiten bei Familie Weltin boten die Kulisse für ein sehr gelungenes Fest.
Der Höhepunkt des Vereinsjahrs war das Konzert in der Kirche in Vogelbach am Totensonntag. Die Presse berichtete von einem „Mümpfeli“ fürs Herz und fürs Gemüt und vom gekonnten Kontrast zum Cool-sein in der heutigen Zeit. Auf dem Programm standen Gesang und Gedichte, die den Nerv der Zuhörerschaft trafen. Als Solisten glänzten Georg „Schori“ Scheidler und Branko Kovacic.
Besonderes war noch, dass der Aufenthaltsraum im Bürgerhaus Edenbach mit einem neuen Tisch, pardon mit einer fürwahr prächtigen Tafel, ausgestattet wurde: Ca. 4 m lang und aus massiven Douglasienholz. Das Holz wurde von Sänger Jürg Dörflinger gestiftet. Es stand als Baum kurz zuvor noch vor seinem Haus, wurde dann aber fachmännisch gefällt und von waldmäßig erfahrenen Sängern zerlegt und abtransportiert. Nachdem das Holz gesägt war, hat Schreinermeister Manfred Wetzel aus Käsacker daraus einen Tisch gemacht, der unter einigen Anstrengungen seinen Weg in den Aufenthaltsraum fand und dort auch wahrscheinlich die nächsten Jahrzehnte stehen wird.
Beim Frühjahrskonzert 2004 hatte der Schüler- und Jugendchor Malsburg-Marzell seinen letzten öffentlichen Auftritt. Leider musste die anfänglich sehr vielversprechende Initiative aufgegeben werden, weil sich die Interessen der Jugendlichen in eine andere Richtung bewegten.
Erstmals gab es in diesem Jahr Klavier- und Schlagzeugbegleitung.
Im Konzertverlauf wurde durch Bürgermeister Dieter Schwald Dirigent Günther Enßle mit der Landesehrenmedaille für dessen jahrzehntelanges ehrenamtliches Engagement im Bereich der Jugendarbeit und als Dirigent der Musikvereine Marzell und Tegernau und des Männergesangvereins Vogelbach-Malsburg ausgezeichnet. Gemeinsam mit der Gemeinde hat der Männergesangverein dem Land Günther Enßle als auszeichnungswürdig vorgeschlagen. Günther Enßle selbst war mehr als überrascht, als er auf einmal zur Auszeichnung auf die Bühne musste, lief doch die ganze Aktion unter größter Geheimhaltung und neben Bürgermeister Schwald waren nur 3 Leute im Vorstand eingeweiht.
Danach konnte Ehrenvorstand Otto Moos für seine über 40-jährige aktive Sängerlaufbahn mit der „Goldenen Ehrennadel“ des Deutschen Sängerbundes ausgezeichnet werden.
Immer wieder gibt es auch Erwähnenswertes, was nicht unbedingt mit Gesang zu tun hatte, so hat sich Vorstand Rudi Asal vergeblich bemüht, die Presse in die Halle zu bringen. Er zeigte sich sehr verärgert darüber, dass weder Vater noch Sohn Kanmacher anwesend waren. Beide zeichnen im Allgemeinen für die Veröffentlichungen in der Presse verantwortlich. Vergessen hatte er allerdings, dass sie anderweitig eingebunden waren: Der eine war nämlich als Schwiegervater, der andere als Schwager von Frank Kreiter, einem unserer aktiven Sänger bei dessen Hochzeit unabkömmlich.
Lange Jahre pflegte der Männergesangverein eine liebgewordene Tradition: Jeden Heiligabend waren die Sänger am späten Nachmittag Gäste in der Reha-Klinik Kandertal. Dort hat man zusammen mit den über die Festtage verbliebenen Klinikgästen, Pfarrer, Arzt und dem Personal ein paar besinnliche Stunden verbracht, Weihnachtslieder vorgetragen und auch gemeinsam gesungen. Aufgrund von verschiedenen Umständen konnte die Tradition nicht weiter gepflegt werden und so war an Weihnachten 2004 dort der letzte Auftritt.
Bei der Jahreshauptversammlung im Januar 2005 gab es einen Führungswechsel beim MGV, erst der Vierte in über 40 Jahren. Rudi Asal übergab das Amt des 1. Vorstandes an den bisherigen stellvertretenden Vorsitzenden, Markus Schleith. Der damalige Bürgermeister Dieter Schwald bescheinigte Rudi Asal eine überaus erfolgreiche 8-jährige Amtszeit, deren Höhepunkt das 75-jährige Vereinsjubiläum war. Neuer stellvertretender Vorsitzender wurde Frank Kreiter.
Im März 2005 startet Dirigent Günther Enßle MIX – Männer-Initiative Xang: Sie bot interessierten Sängern die Möglichkeit, sich in Theorie und Praxis weiter zu bilden. Männer der Gesangvereine Vogelbach-Malsburg, Raich und Wies treffen sich regelmäßig zur Weiterbildung. Hintergrund war neben der Vermittlung von Grundlagen der Notenkunde, Rhythmus- und stimmbildnerischen Übungen, auch die Absicht, auf diesem Weg neue Sänger zu gewinnen. Aussagen von Teilnehmern: „Die Zeit verging wie im Flug und ich hab‘ eine Menge gelernt.“
Im Jahr 2005 hatte der Chor erstmalig 30 aktive Sänger.
Alter Tradition folgend hat der MGV 2006 in Vogelbach eine Sängerlinde gepflanzt, die immer noch unserer Pflege bedarf. In einem kleinen Festumzug ging es durch Vogelbach unter dem Motto „Lindenfest - Wir pflanzen eine Sängerlinde“. Zünftig und mit Gesang ging es zum neuen „Lindenplatz“ gegenüber vom Pfarrhaus im Hof von Kurt Wehrle. In einem Festakt und mit Unterstützung der Feuerwehr Vogelbach wurde die neue Sängerlinde gepflanzt. Der ehemalige vogelbacher Lehrer Heinz Baumgartner hielt die Festansprache und erzählte die Geschichte der Linde als Kulturbaum in allen Facetten. Fred Wehrle, Heimatforscher aus Käsacker beleuchtete die Geschichte der Linde in der Gemeinde und in Vogelbach, ebenso wie er Einblicke in die Dorfgeschichte gab. Danach trug Markus Schleith ein vom „Breiti-Lieseli“ Liesel Meier extra für diesen Tag verfasstes Gedicht mit dem Titel „Die Sängerlinde“ vor. Leider kam der Ur-Einwohner Markus Schleith nicht so ganz mit dem Alemannischen auf dem Papier zu Recht und Liesel Meier war nicht so ganz zufrieden mit dem Vortrag. Sie hat deshalb das Gedicht selbst noch einmal vorgetragen, mit dem Ergebnis, dass alle zufrieden waren, auch sie selbst. Die kleine Feier wurde von der Markgräfler Trachtengruppe aus Kandern und vom Männergesangverein gestaltet. Der Akt wurde insgesamt vom notwendigen Ernst getragen und eine Vielzahl von Zuschauern wohnte ihm bei.
Ein Sänger hat während des Akts und anlässlich eines Hustenanfalls sein Gebiss verloren.
Auf Initiative einer Sängersgattin schaffte es der Chor 2006 wieder einmal ins Radio. Kurzerhand hatte Ingeborg Reichl nämlich die aktuelle CD an die Redaktion der Sendung SWR 4 "Musik aus dem Land" geschickt und als Ansprechpartner Dirigent Günther Enßle benannt. Ein daraufhin aufgezeichnetes Interview und vier Titel von der aktuellen CD wurden gesendet und führten dazu, dass eine ganze Reihe von CD-Bestellungen einging. Die goldene Schallplatte schien greifbar.
Seit 2006 hat der MGV eine eigene Homepage unter
www.mgv-vogelbach-malsburg.de.
Nach einem Konzert 2002 wurde ab 2007 regelmäßig die Stockberghalle in Marzell Veranstaltungsort für das Frühjahrskonzert. Die Stockberghalle wurde schon deshalb gewählt, weil in diesem Jahr ein recht großer Gesangverein zu Gast war (Gesangverein Buch bei Albbruck) und befürchtet wurde, dass der Platz im Bürgerhaus Edenbach nicht ausreichen würde. Die Entscheidung war richtig, die Halle war in Null-Komma-Nix voll. Obwohl noch zusätzlich bestuhlt wurde, reichte der Platz nicht aus und etliche Zuhörer mussten stehen.
An diesem Abend sollte erstmalig das Leitmotiv mit einer aufwendigen Präsentation auf eine Leinwand projiziert werden („Spieglein, Spieglein an der Wand“ in Anlehnung an das Märchen vom Schneewittchen). Doch die Technik machte einen Strich durch die Rechnung: Die Birne des Beamers brannte kurz vor Beginn durch und Ersatz war nicht mehr aufzutreiben.
Aber der echte Knaller des Abends war der Gesangverein aus Buch, der populäre Volksmusik gekonnt darbot. Sein Dirigent (Franz Kutruff) und zwei Gitarrenspielerinnen, Töchter des Dirigenten, gaben immer wieder den Takt vor. Der Funke sprang in Windeseile auf die Zuhörer über, es wurde mitgesungen und mitgeklatscht. Mehrere Zugaben wurden gefordert. Einen so fetzigen Abend hatte kein Gast bei einem Konzert eines Männergesangvereins erwartet. Auch nach dem offiziellen Teil fanden sich immer wieder einige Sängerinnen und Sänger zu ungeplanten Zugaben zusammen. Dem Gastverein machte es sichtlich genauso viel Spaß und man hatte nicht den Eindruck, dass sie das Kandertal gerne verlassen haben. Irgendwann werden Sie den Weg zurück finden…
Ungewöhnlich in diesem Jahr war, dass sowohl ein Vereinsausflug und das Konzert am Totensonntag stattfanden. Der Vereinsausflug führte nach Italien, nein, nach Südtirol. Besichtigungen und ein Konzert in der Kirche in Latsch standen auf dem Programm, viel Alpen und noch mehr Äpfel. Gutes Essen und guter Wein. Apropos Wein: Von einer Wirtin gefragt, was er denn trinken wolle, antwortete ein Sänger wie gewohnt auf Alemannisch: „E Zehntili Wisswii.“ Die Wirtin sagte sofort „Si, si“ und brachte das vermeintlich gewünschte. Es war zur Enttäuschung des Sängers kein „Wisswii“, sondern ein Zehntele Whisky. So kann halt eine undeutliche Aussprache, verbunden mit einem Dialekt doch manchmal zu ungewollten Ergebnissen führen. Der Sänger hat den Whisky natürlich getrunken.
Immer wieder mal was Neues: Im Jahr 2008 wurde beim Frühjahrskonzert gejodelt. Der Schweizer Jodler-Club Flueli aus Sissach in Originaltracht hat richtige urige Schweizer Volksmusik gemacht und mit ihren „Älplern und Ländlern“ das Publikum total begeistert.
Im gleichen Jahr, lange bevor Inklusion in aller Munde war, hat der Männergesangverein schon gemeinsam mit behinderten Menschen während eines Platzkonzerts gesungen und musiziert.
Auch das war 2008: Ein Chor aus Estland, der im Rahmen einer Konzertreise in der Region unterwegs war, hatte sein Abschluss in einem Gasthaus in der Gemeinde. Durch gute Kontakte gelang es, den estnischen Chor während seines Aufenthalts mit ein paar Liedvorträgen zu unterhalten. Die Profis waren sehr angetan und nicht wenig beeindruckt von der Leistungsfähigkeit unserer kleinen Truppe. Sogar gemeinsam wurde noch gesungen. Ein gelebtes „Musik kennt keine Grenzen“.
Herausragend war im Jahr 2009 das Konzert am Totensonntag. Die Zeitungen berichteten: „Mit andächtigen, aber auch wohlklingenden und harmonischen Liedvorträgen führte der Abend zu Momenten der Besinnung und zugleich zum Aufbruch in die herannahende Adventszeit.“ Und der Dirigent „…führte mit besinnlichen Texten durch das Programm, das seine Sänger in beeindruckender Manier und mit spür- und hörbarer Freude am Singen und Gesang gestalteten.“ Eingesetzt wurde auch wieder eine Bild- und Tonschau.
Etwas ganz besonders war die Ehrung von Dirigent Enßle für sein 25-jähriges Dirigentenjubiläum. In seiner Laudatio ging Dieter Kassa, Präsident des UMCV, auf die Umstände von Günther Enßles Dirigentenkarriere ein: Aus einer Notlösung wurde eine „echte“ Liebesbeziehung. Als im Jahre 1984 der Dirigent des Chores verstarb, wurde er gefragt, ob er den Verein für eine kurze Zeit dirigieren könne, weil ein Konzert bevorstand. Die kurze Zeit dauert immer noch an.
Publikum und Chor spendeten Günther Enßle minutenlang Beifall.
Nicht alltägliches bot sich nach dem Konzert: Der malsburger Jäger Kuno Schörlin hatte dem Chor ein Reh aus heimischer Jagd gestiftet. Auch Jäger haben anscheinend Sinn für guten Chorgesang. Hirschenwirt Klaus Brändlin hatte daraus einen köstlichen Rehpfeffer gezaubert, der, im Zusammenklang mit einem Gläschen Roten, half, die große Anspannung von den Sängern und vom Dirigenten zu nehmen.
Und wieder mal die Presse zu einem Konzert des Chores im Jahr 2010: „So vergnüglich ist Gesang: Männergesangverein Vogelbach-Malsburg und die Kuttruff-Singers begeistern beim Maikonzert.“ Und in der Tat, mit Frühlingsliedern, Ohrwürmern und launigen Einlagen gab es ein begeisterndes Frühjahrskonzert.
Am 2. Juli 2010 war Weltmeisterschaft und Platzkonzert. Als der Termin gemacht wurde, stand für die Verantwortlichen fest, dass Deutschland an diesem Tag spielfrei ist. Entweder war Deutschland bereits in der Vorrunde ausgeschieden, oder aber steht im Finale. Spiel um Platz 3, das kam nicht in Frage. Aber es kam halt wie es kommen musste, Krake „Paul“ in Bochum hatte auch das Halbfinale Deutschland gegen Spanien richtig vorausgesagt, der blöde Tintenfisch. Deutschland hat 1:0 verloren und musste ausgerechnet an unserem Platzkonzert gegen Uruguay ran. Deutschland hat gewonnen, der Verein trotz allem gesungen und das Zelt war bumsvoll. Ein Fernseher war selbstverständlich vor Ort.
Im Herbst 2010 ging der Chor mal wieder ins Ausland, nach Bayern. Wie üblich auf den Reisen, ist immer irgendwo ein Gastspiel eingeplant. Diesmal in einem typischen bayrischen Gasthaus gemeinsam mit einem einheimischen Chor. Ein tolles und kommunikatives Erlebnis für beide Seiten: Die Bayern stellten fest, dass es auch noch andere Menschen gibt und die Markgräfler erlebten, dass die Bayern außer merkwürdig reden und CSU wählen auch noch singen können. Es ist schon bemerkenswert, dass die Einheimischen immer ihren Dialekt sprachen, der auch sehr gut zu verstehen war. Aber unser Dirigent traute dem (seinem) Dialekt doch nicht so recht und um jedem Missverständnis von vorneherein aus dem Weg zu gehen, verlegte er sich auf das Hochdeutsche. Er kann das auch. Man hatte ihn schon das eine oder andere Mal so reden hören, aber nie so lange und nie so konsequent. Eine echte Leistung.
Im Jahr 2011 gab es dann mal wieder was ganz anderes. Ein Volksliedersingen in Münstertal im Gasthaus Hirschen, das eine Gruppe von 6 Sängern mit Dirigent bestritt. Alles im Dienst der Werbung für den Chorgesang und dem Werben um neue Sänger. Eben immer mal etwas ausprobieren und warum soll man als Chor denn nicht solche Gelegenheiten nutzen. Die Begeisterung bei den Zuhörern hat auf jeden Fall Mut gemacht.
Der nächste Schritt war dann schon gleich 2012 im Rahmen einer Veranstaltung, die da „Klingendes Gasthaus – Blasmusik & Volkslieder“ hieß. Gemeinsam traten die Schwarzwälder Blasmusik und der Männergesangverein Vogelbach-Malsburg im Gasthaus Hirschen in Malsburg auf.
Volkstümliche Blasmusik und Männergesang, diese Mischung hat den Saal gefüllt und das Publikum begeistert. Beide Formationen stehen unter der Leitung von Dirigent Günther Enßle, der sich nicht auf die Aufgaben eines Dirigenten beschränkte, sondern auf seine unnachahmliche Art schlagfertig und mit viel Mutterwitz durch das Programm führte und für große Begeisterung sorgte. Wieder eine tolle Werbung für den Männergesang. Bewiesen wurde zum wiederholten Mal, dass Männergesang nicht nur Traditionelles bietet und die romantischen Lieder rauf und runtersingt.
Nachdem eine Reise nach Russland aus verschiedenen Gründen nicht realisiert werden konnte, wurde eine Nummer kleiner geplant. Es sollte zwar auch in den Osten gehen, genauso exotisch und fremd sein, aber nicht ganz so weit weg und irgendwo hin, wo man vom Grundsatz her eine zumindest ähnliche Sprache spricht: Berlin, die Bundeshauptstadt war das Ziel. Vorgesehen waren Besichtigungen von Reichstag, Bundeskanzleramt, Gedenkstätten und Gasthäusern und ein kleines Konzert vor dem Französischen Dom am Gendarmenmarkt.
Im Bundeskanzleramt konnte dem Anlass und dem Ort angemessen "Freude in Ehren" („Ne Gsang in Ehre, wer soll‘s verwehre“) angestimmt werden. Die Berliner haben zwar vom Text nicht viel verstanden, aber der Vortrag gefiel ihnen bestens.
Zum kleinen Konzert am Französischen Dom musste der Chor unter das Eingangsdach, weil es plötzlich regnete. Aber keiner rechnete mit der Unerbittlichkeit der Preußen. Kaum war ein Lied gesungen, stand schon eine nette junge Dame da, die nach einer Erlaubnis fragte. Natürlich hatten wir die nicht. Trotz erklärender Worte, dass man sich um eine solche bemüht habe, es aber aufgab, weil es hoch kompliziert und auch mit Gebühren verbunden war, ließ sich die Dame nicht erweichen und man musste weg. Kurzerhand stand der Chor vor den Dom ins Freie und es wurde eben dort weitergesungen. Viele Leute blieben stehen und lauschten dem Gesang. Sie spendeten herzlichen Beifall und viele hielten trotz des Regens ziemlich lange aus.
Zusammen mit den Chören Temporal und ConSonanten aus Müllheim wurde in der evangelischen Kirche in Kandern im November 2012 ein denkwürdiges und sehr eindrucksvolles Konzert unter dem Motto „Come together“ gegeben. Immer wieder brandete stürmischer Applaus auf. Die drei Chöre sangen ganz unterschiedliche Musikstile, doch alle überzeugten und begeisterten.
"Wir alle sind Engel füreinander" – damit eröffnete eine kleine Sängergruppe des Männergesangvereins das Konzert. Für dieses Konzert hatten sich bewusst drei Chöre zusammengetan, die in ganz unterschiedlichen Stilrichtungen zu Hause sind. Es sollte für jeden etwas dabei sein. Wenn man der Presse Glauben schenken darf, hatte man mit dieser Idee wieder mal ins Schwarze getroffen.


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